Auslandsreport: 3Suisses will mit Video-Shopping punkten

Der französische Textilversender 3Suisses will sich von einem ehemals reinen Kataloghändler zu einem modernen Online-Pureplayer wandeln. Aus diesem Grund wird jetzt unter anderem ein neues Logo verwendet, der klassische Katalog durch Magaloge ersetzt und ein neues Markenbild über TV-Werbung transportiert (siehe Pressemeldung). Zusätzlich wollen die Franzosen ihr Online-Geschäft durch „digitale Events“ stärken. Deshalb wird nun ein aktueller TV-Spot zweitverwertet, um die darin beworbenen Produkte über Video-Shopping zu verkaufen:

„The ad videos have incorporate the „multi-click & buy“ facility on YouTube mastheads. This innovation enables viewers to click on a product in the video and be taken directly to the item page on 3Suisses.fr, where they can then purchase it. 3Suisses is keen to preserve its newfound momentum for digital innovation well into the future.“

Eine „digitale Innovation“ ist das Verfahren allerdings nun wirklich nicht. So hat der Otto-Versand unter dem Motto „Time4Fashion“ bereits vor vier Jahren eine vergleichbare Anwendung getestet. Wie das Format bei Kunden angekommen ist, hat Otto bis Redaktionsschluss nicht verraten. Inzwischen wurde das Format aber begraben und in den Mode-Blog Two4Fashion integriert. Dort gibt es zwar auch Videos, direkt anklicken lassen sich darin aber keine Produkte.

Dieses Verfahren wirkt bei 3Suisses ohnehin nicht ausgereift. Denn Nutzer haben immer nur ein paar Sekunden Zeit, um auf einen Produktlink im Video zu klicken, bevor bereits der nächste Artikel mit einem Verweis auf den Online-Shop beworben wird. Wer auf einen Link klickt, wird zudem über ein Extra-Fenster in den Shop von 3Suisses geschubst und damit aus dem Online-Video gekegelt – was ich nun nicht gerade für besonders nutzerfreundlich halte.

Besser macht es meiner Meinung nach QVC bei seinem Blog QVCbeauty.de. Auch hier gibt es Online-Videos, in denen Produkte beworben werden. Die Links zu den Artikeln finden sich aber nicht direkt im Video, sondern in den entsprechenden Blog-Beiträgen unter dem Clip. So können sich Kunden auch noch über die Produkte informieren, wenn der Clip zu Ende ist. Das wirkt im ersten Moment vielleicht nicht so innovativ, dürfte aber die nachhaltigere Variante sein.

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