AO.com: 84.000 Quadratmeter für die Europa-Expansion

Der britische Elektronik-Versender AO.com („Appliances Online“) zündet die nächste Stufe bei seiner Internationalisierung. So haben die Briten gerade die Verträge über eine Gewerbefläche von rund 84.000 Quadratmetern unterzeichnet, die im Gewerbegebiet Bergheim-Paffendorf (bei Köln) genutzt werden soll. Dort will der Spezialist für weiße Ware seine Europazentrale betreiben, die von Immobilienunternehmen Prologis gebaut und von AO.com gemietet wird.

Expansionspläne von AODeutschland ist nur der Start: AO.com will weiter expandieren (Bild: Screenshot)

Geplant sind ein Zentrallager mit einer Fläche von rund 36.000 Quadratmetern und ein zweites Gebäude mit rund 5.000 Quadratmetern Platz für Büro und Verwaltung. Fertig gestellt wird die Europa-Zentrale von AO.com voraussichtlich Mitte 2016, der Mietvertrag hat eine Dauer für die nächsten zehn Jahre. Mittelfristig will AO rund 2.500 Mitarbeiter in Bergheim beschäftigen.

Wenn das neue Gebäude bezogen wird, gibt AO.com seine aktuellen Standorte in Deutschland auf. Hierzulande nuten die Briten bislang rund 10.200 Quadratmeter Lagerfläche sowie rund 550 Quadratmeter Bürofläche in Bedburg (ebenfalls bei Köln). In der vier Kilometer entfernten Stadt Elsdorf ist AO.com zur Zeit zusätzlich mit einer Bürofläche von 1.100 Quadratmetern vertreten. Bei beiden Standorten handelte es sich von vornhinein um Interims-Lösungen, die AO.com zum Start seines Geschäfts in Deutschland im vergangenen Herbst bezogen hatte.

Europa-Expansion: Neuer Chef und erste TV-Kampagne für Deutschland

AO.com war vor 15 Jahren in Großbritannien gegründet worden. Im vergangenen Oktober sind die Briten in Deutschland gestartet und bedienen seitdem erstmals einen ausländischen Markt. Deutschland ist für den Spezialversender attraktiv, weil es hier eine große Nachfrage nach weißer Ware gebe, diese Geräte bislang aber noch sehr oft stationär gekauft werden.

Von Deutschland aus wollen die Briten in naher Zukunft auch in weitere Märkte expandieren, weil man durch die zentrale Lage angrenzende Länder ebenfalls gut bedienen könne (siehe Grafik). Erklärtes Ziel der Briten ist, der führende Online-Händler für Haushaltsgeräte in Europa zu werden – was wiederum erklärt, warum AO.com in Deutschland derzeit so viel Gas gibt.

Neuigkeiten gibt es bei den Briten auch beim Personal. So hat Janina Rustige – bislang für das Geschäft in Deutschland zuständig – den Spezialversender nach zwei Jahren im Management verlassen, um sich neuen beruflichen Herausforderungen zu stellen. Für das Geschäft in der Bundesrepubilk zuständig ist damit jetzt Kevin Monk. Hintergründe nennt AO.com auch auf Nachfrage nicht. In den ersten sechs Monaten haben die Briten in Deutschland einen Netto-Umsatz von 5,8 Mio. Pfund erzielt. Das klingt überschaubar. AO.com hält dagegen, dass man so einen Umsatz in Großbritannien erst nach sieben Jahren habe erreichen können. Um das Geschäft in Deutschland anzukurbeln, setzt AO.com nun auf TV-Spots mit Testimonials.

Neben den zentralen Standorten mit Versandlager und Verwaltung betreibt AO.com derzeit in Deutschland noch vier regionale Verteilzentren in Hamburg, Berlin, München und Frankfurt. Diese brauchen die Briten, um Ware schnell an Kunden vor Ort liefern zu können. So will AO.com mit einer schnellen Zustellung punkten (Motto: „Heute bestellt, morgen geliefert“).

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