„Accelerator for Retail“: Warum die Metro jetzt in Start-Ups investiert

Die Metro sucht vielversprechende Start-Ups, die digitale Lösungen für den Handel entwickeln und so bei der Digitalisierung von Kleinunternehmen helfen. Jungunternehmer können sich daher jetzt für den so genannten „Metro-Accelerator for Retail“ bewerben, mit dem die Gruppe neue Digital-Services für den Handel finden will. Ab Juni 2017 erhalten dann zehn Start-Up-Teams den Zugang zu ausgewählten Mentoren und Spezialisten des Handelskonzerns. Was sich dieser davon verspricht, verdeutlicht der für das Programm zuständige Managing Director Alexander Zumdieck gegenüber neuhandeln.de.

Alexander Zumdieck sucht nach Start-Ups (Bild: Metro-Gruppe)

neuhandeln.de: Warum interessieren Sie sich für neue Digital-Lösungen?

Zumdieck: „Als Handelskonzern sind wir zunächst einmal prinzipiell an allen Services interessiert, die unser Geschäft besser machen. Das gilt zum einen für das Geschäft der Metro-Tochter Real, die als Hypermarkt selbst im Handel aktiv ist. Zum anderen sind digitale Retail-Lösungen natürlich interessant für die B2B-Kunden unseres Großmarktes Metro Cash+Carry, die unsere Produkte als Wiederverkäufer anbieten – zum Beispiel in ihren Supermärkten oder Convenience Stores. Viele Kleinunternehmen sind nur wenig digitalisiert und können von neuen Lösungen für ihr Geschäft profitieren. Und wenn unsere B2B-Kunden mehr verkaufen, profitieren wir ja auch davon.“

neuhandeln.de: Aber wieso startet die Metro-Gruppe dazu ein Startup-Programm?

Zumdieck: „Als Handelskonzern haben wir zum einen unsere Kernkompetenzen im Retailgeschäft. Zum anderen brennen die Gründer von Start-Ups ja oft darauf, neue Ideen am Markt zu testen – das können sie mit unserer Hilfe schneller und effizienter. Wir können unseren B2B-Kunden neue Services an die Hand geben, was uns vom Wettbewerb unterscheidet und die Kundenbindung stärkt.“

neuhandeln.de: Und was für Lösungen suchen Sie konkret?

Zumdieck: „Denkbar sind viele Services. Zum Beispiel ein neues Loyalty-Programm, das unsere B2B-Kunden in ihren lokalen Geschäften anbieten könnten. Oder eine neue Software, die Kasse samt Buchhaltung und Order-Management in einer einfach zu bedienenden Lösung bündelt. Ob dann unsere B2B-Kunden für solche Services bezahlen oder nicht, entscheidet der Markt.“

neuhandeln.de: Und was haben Start-Ups davon, wenn sie der Metro zuarbeiten?

Zumdieck: „Wir investieren nur in Gründer, die für sich selbst und für ihre jeweiligen Kunden arbeiten. Von „zuarbeiten“ kann also keine Rede sein. Über einen Zeitraum von drei Monaten begleiten Mentoren und Experten die Start-Ups dabei, ihr Geschäft zu professionalisieren. Dazu gibt es noch 120.000 Euro on top für jedes Unternehmen, das zu den zehn ausgewählten Start-Ups zählt. Im Gegenzug erhalten wir und unsere Implementierungspartner Techstars dann Anteile an den Unternehmen. Es bleibt aber bei einer Minderheitsbeteiligung, so dass Gründer die Kontrolle über ihr Geschäft behalten.“

Interessierte Gründer können sich ab sofort für einen der zehn Plätze im „Metro Accelerator for Retail“ bewerben. Das dreimonatige Coaching startet für die zehn ausgewählten Start-Ups am 12. Juni 2017 in Berlin. Für die Metro ist es bereits das dritte Startup-Programm, nachdem der Konzern bereits seit zwei Jahren vielversprechende Gründer sucht, die digitale Lösungen für Gastronomie und Catering bieten.

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